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Unser Reiseblog
Nikolaus-Mützen vor Holzwand

06. Dezember 2021 | Inspiration | von Sylvia Schmidt

Nikolaustag - 7 Bräuche und Traditionen aus aller Welt

Viele Kinder sind heute Morgen mit freudiger Erwartung aufgewacht: Was hat der Nikolaus wohl in diesem Jahr wieder in den Stiefel gesteckt? Das Fest des Heiligen mit der Bischofsmütze, dem Krummstab und dem weißen Bart gehört – genau wie der „Pelzmärtel“ mancherorts in Süddeutschland - zu den wichtigsten religiösen Figuren der Vorweihnachtszeit. Doch der Nikolaustag wird nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Ländern der Welt gefeiert.

Deutschland

Deutschland

"Sankt Nikolaus, komm in unser Haus..."
In Deutschland gibt es verschiedene Bräuche: Meist stellen die Kinder bereits am Vorabend des 6. Dezember ihre Stiefel vor die Türe. So zeigen sie dem Nikolaus an, wo er seine kleinen Geschenke über Nacht hineingeben soll. Oftmals klopft auch ein als Nikolaus verkleideter Verwandter an die Türe, um sich zu vergewissern, dass die Kinder wirklich brav gewesen waren. Die Kinder sagen dann ein Nikolaus-Gedicht auf und zur Belohnung erhalten sie Obst, Süßigkeiten oder kleinere Spielsachen. Der Nikolaus wird häufig von seinem düsteren Helfer „Knecht Ruprecht“ oder wie in Bayern und Österreich dem „Krampus“ begleitet. Der „Pelzmärtel“ kommt in Teilen Frankens (Süddeutschland) und bringt den Kindern häufig schon am 11. November seine Gaben.

Nikolaus mit Mütze, Bischofsstab und weißem Bart

Niederlande

Niederlande

Eine winterliche Schiffsreise nach Amsterdam
Unsere Nachbarn in den Niederlanden feiern "Sinterklaas" am Abend des 5. Dezember. Sinterklaas reist schon Mitte November mit einem Dampfschiff aus Spanien an. Seine Ankunft in Amsterdam wird mit einem riesigen Spektakel gefeiert, das von den Medien begleitet wird. Danach tourt er er mit seinem Helfer „Zwarte Piet“ und hoch zu Ross durch die Niederlanden. Spätestens dann sollte man den Schuh aufstellen. Dieser wird mit einem Wunschzettel, Heu und einer Möhre für das Pferd von Sinterklaas gefüllt. Beim Einsammeln des Wunschzettels wird zur Vorfreude der Kinder bereits ein kleines Geschenk hinterlassen. Am 5. Dezember ist dann mit dem „Päckchen-Abend“, einem gemütlichem Abend im Kreis der Familie, der Höhepunkt der Sinterklaas-Tradition. Dieser Tag ist für die meisten Niederländer sogar wichtiger als der Heilige Abend.

Amsterdam - Grachten und Kathedrale zur Adventszeit

Luxemburg

Luxemburg

Kekse und kleine Geschenke für "Kleeschen"
Genau wie in den Niederlanden feiert man bereits am Nikolaustag die große Bescherung. Dort bringt „Kleeschen“ die Geschenke – dafür erhält auch er eine kleine Belohnung: Die Kinder stellen Kleeschen einen Teller mit Keksen auf den Tisch, und für seinen Esel wird etwas Heu bereitgelegt. Wie auch in den Niederlanden tritt Nikolaus öffentlich auf und wird vom häufig vom Bürgermeister und den Medien begrüßt.

Luxemburg - winterliches Panorama

Brasilien

Brasilien

Helikopter-Landung in Rio de Janeiro
In Brasilien sorgt „Papa Noel“ für Aufsehen: Er landet traditionell am 6. Dezember mit seinem Hubschrauber im berühmten Maracana-Stadion in Rio de Janeiro. Tausende Brasilianer feiern an diesem Tag mit farbenprächtigen Showeinlagen und in ausgelassener Atmosphäre eine Nikolausparty. In der Corona-Pandemie wurde Papa Noel beobachtet, wie er sich vor weniger Publikum von einer Kabine der bekannten Seilbahn „Santa Teresa“ herabschwang, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und seine Geschenke hygienisch korrekt an die Kleinen zu verteilen. Ein echter Nikolaus weiß eben, was sich gehört!

Rio de Janeiro - Seilbahn mit Pão de Açúcar

Russland

Russland

Väterchen Frost und Schneeflöckchen als Gabenbringer
In Russland ist der Heilige Nikolaus ein wichtiger Landespatron. Die Geschenke bringt jedoch „Djed Moros“ (Väterchen Frost) der dem Nikolaus sehr ähnlich sieht. Djed Moros wird von seiner Enkelin „Sniegurotschka“ (Schneeflöckchen) begleitet. Zum Jolkafest am Silvesterabend rufen die Kinder vor dem Weihnachtsbaum drei Mal nach Väterchen Frost und werden dann beschenkt.

Moskau - Kathedrale im Winter

Rumänien

Rumänien

Die Apfelbaum-Rute für unartige Kinder
Auch in Rumänien stellen die Kinder Ihre Schuhe vor die Haustüre und warten freudig auf die Geschenke von "Moş Nicolae". Wenn sie nicht brav waren, steckt der Nikolaus eine Apfelbaum-Rute in den Schuh. Stellt man sie ins Wasser und beginnt sie bis Weihnachten zu blühen, dann vergibt der rumänische Nikolaus den unartigen Kindern. Im Norden Rumäniens gibt es auch die Legende, dass sich in der Neujahrsnacht der Himmel öffnet und man Moş Nicolae sehen kann. Bisher hat ihn aber noch niemand gesehen, dann er zeigt sich nicht gerne!

Rumänien - Villa im Schnee

Frankreich

Frankreich

Heilige Messe in Saint-Nicolas-de-Port
Der Nikolaustag wird in Frankreich in mehreren Regionen Nord- und Ostfrankreichs gefeiert. Im Wallfahrtsort Saint-Nicolas-de-Port in Lothringen wird eine Reliquie in der Basilika von Saint-Nicolas-de-Port aufbewahrt und der Heilige mit einer großen Messe geehrt. Der 6. Dezember wird in Frankreich von den Kindern ungeduldig erwartet, denn auch sie erhalten vom Saint Nicolas eine kleine Aufmerksamkeit und Süßigkeiten. Sankt Nikolaus wird in Lothringen von seinem treuen „Père Fouettard“ (Knecht Ruprecht), begleitet. Im Elsaß nennt man den Helfer des Nikolaus auch „Hans Trapp“.

Elasss - Straßburg im Winter

Die Geschichte des heiligen Nikolaus

Der Brauch des Nikolaus geht auf die historische Persönlichkeit des Nikolaus von Myra, einem früheren Bischof zurück. Er wurde um das Jahr 280 in der Stadt Patara, Lykien (heutige Türkei), geboren und wurde seit dem 6. Jahrhundert zum Gegenstand einiger Legenden:

Historisch belegt ist, dass er als Sohn reicher Eltern sein Erbe an die Armen und Hilfsbedürftigen verschenkte. Er gilt bis heute als Schutzpatron, besonders der Kinder. Auch Pilger und Reisende verehren den heiligen Nikolaus. Sein Namenstag wird am 6. Dezember gefeiert.

Das Team von Leitner Reisen wünscht allen eine wundervolle und besinnliche Vorweihnachtszeit!

Zur Autorin
Sylvia Schmidt
Sylvia Schmidt

Seit 2010 gehört Sylvia zum Team von Leitner Reisen. Ihre Leidenschaft für die Welt der Reisen begleitet sie jedoch schon viel länger: Bereits 1998 fand sie mit ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau den Weg in die Touristik und sammelte seitdem vielseitige Erfahrungen in der Branche. Bei Leitner Reisen begann sie in der Produktabteilung, wo sie die Reisen, Ziele und Abläufe aus erster Hand kennenlernte. Dieses Wissen nutzt sie heute im Marketing, um die Angebote mit viel Gespür für Trends und Details zum Leben zu erwecken - im Katalog genauso wie auf der Website. Reisen sind für sie mehr als nur ein Beruf: Sie liebt es, neue Orte zu entdecken und andere mit ihrer Begeisterung anzustecken. Besonders fasziniert haben sie Madeira, die Seychellen und Südtirol – Regionen, die sie mit ihrer landschaftlichen Schönheit und kulturellen Vielfalt immer wieder inspirieren.