Reisebericht: Sylt & Helgoland

Im hohen Norden Schönheiten entdecken - auf unserer Reise Sylt & Helgoland erleben Sie die einzigartige Natur der Nordseeinseln und besuchen einmalige Orte. Unsere Mitarbeiterin Sabine war bei dieser Reise als Reisebegleitung dabei und berichtet hier von ihren unvergesslichen Momenten. Kommen Sie mit Sabine auf Reise und erfahren Sie die schönsten Erlebnisse der Insel Helgoland, Hallig Hooge, Husum und Sylt. 

Sonntag, 12.07.2020

Ganz untypisch für einen Sonntag  klingelt mein Wecker schon um 4:45 Uhr. Ich bin ziemlich nervös und habe kaum geschlafen. Dies ist die erste Reise, die ich als Reisebegleitung begleite und meine erste Busreise überhaupt. Da möchte ich natürlich nicht zu spät zum vereinbarten Treffpunkt in Allersberg kommen.

Deshalb bin ich schon eine halbe Stunde vor geplanter Abfahrt dort, aber zu meinem Erstaunen bin ich nicht die Erste. Es warten bereits vier Gäste und wir kommen schnell ins Gespräch. Kurze Zeit später treffen auch die anderen beiden Reisegäste ein und wir warten nun zu siebt auf den Bus, der vorher in München und Ingolstadt Gäste abgeholt hat. Als der Bus wenige Minuten später eintrifft, werden alle Koffer verladen und der Busfahrer greift gleich zum Mikrofon und stellt mich den Gästen als Reisebegleitung vor.

Nachdem alle ihren Sitzplatz eingenommen haben, geht es auch schon los Richtung Norden. In Pegnitz haben wir einen Fahrerwechsel und Samir, unser Busfahrer für die nächsten Tage, übernimmt den Bus. Ich lasse alle Gäste die Hygienevorschriften unterschreiben und sammle anschließend alle Einverständniserklärungen ein. Dabei bekomme ich auch einen ersten Eindruck davon, wie die Gäste zu den aktuellen Hygiene-Bestimmungen stehen und stelle fest, dass es zwar niemandem besonders gefällt, aber alle Verständnis dafür haben und sich trotzdem auf die bevorstehenden 5 Tage freuen. Im Bus beschnuppern sich die Gäste und nach wenigen Minuten entstehen erste Gespräche.

Um 17:15 Uhr kommen wir endlich an unserem Hotel in Schleswig an. Nun haben wir eine Stunde Zeit, um unsere Zimmer zu beziehen und uns frisch zu machen, denn um 18:15 Uhr steht das Abendessen an. Nachdem wir uns das 3-Gänge-Menü schmecken ließen, nutzen einige die Zeit, um die Gegend zu erkunden oder sich gemütlich bei einem Glas Wein oder Bier zusammenzusetzen. Andere ziehen sich schon bald in ihre Zimmer zurück.

Montag, 13.07.2020

Heute klingelt mein Wecker um 6:00 Uhr, da wir um 7:30 Uhr bereits zu unserem ersten Ausflug starten werden. Auf dem Programm steht die Insel Helgoland. Beim Frühstück stellt sich unser Reiseleiter Holger vor, der uns die nächsten Tage begleiten wird. Schon während der Fahrt zur Fähre, der „MS Funny Girl“, mit welcher wir nach Helgoland übersetzen werden, erzählt er uns viele interessante Dinge über Land und Leute. So erfahren wir beispielsweise, dass Helgoland die einzige Hochseeinsel Deutschlands ist und eigentlich aus zwei Inseln besteht: der sogenannten Düne, die ca. 0,7 km² groß ist und über einen schönen Badestrand verfügt und der 1 km² großen Hauptinsel, welche unser Ziel ist. Helgoland hat die beste und sauberste Luft Deutschlands, was natürlich auch daran liegt, dass auf der gesamten Insel Auto- und sogar Fahrradverkehr untersagt ist. Deshalb gibt es kein einziges Verkehrsschild auf der Insel. Auch Straßennamen sucht man hier vergeblich. Die Häuser haben lediglich eine Hausnummer.

Holger führt uns einmal quer über die Insel, um zum „Oberland“ zu kommen. Dort stehen wir vor der Qual der Wahl: Sollen wir uns lieber in die lange Warteschlange einreihen, um mit dem Aufzug nach oben zu fahren, oder die 184 Stufen zu Fuß erklimmen? Ich schließe mich der Gruppe an, die die Treppe nimmt. Oben angelangt, müssen wir tatsächlich eine ganze Weile warten bis all jene endlich ankommen, die mit dem Aufzug gefahren sind. Dies lag vor allem an den Corona-Bestimmungen, da nur sehr wenige Leute auf einmal in den Aufzug steigen durften, wodurch sich das Ganze entsprechend verzögert. Bei strahlendem Sonnenschein starten wir unseren Rundgang übers „Oberland“ und bestaunen die steil abfallenden roten Felswände, den imposanten Leuchtturm und die vielen Lummen, die an den Felswänden zu Hunderten sitzen. Helgoland hat sogar ein Gipfelkreuz, zu welchem wir uns aufmachten.

Beim Rückweg zur Fähre darf natürlich ein Abstecher in einen der vielen  Souvenirshops nicht fehlen, um sich mit Alkohol und Parfüm einzudecken - denn auf der Insel kauft man zollfrei ein. Zum Schluss lassen sich die meisten noch ein leckeres Fisch- oder Krabbenbrötchen schmecken. Nach 4 Stunden auf der Insel kehren wir zurück zur „MS Funny Girl“, die uns um 16:00 Uhr zurück ans Festland bringt. Im Hotel angekommen haben wir wieder Zeit um uns frisch zu machen und erwartet gegen 19:45 Uhr unser 3-Gänge-Menü. 

Dienstag, 14.07.2020

Heute starten wir mit Holger um 7:45 Uhr in Richtung Dänemark, denn von dort aus setzen wir nach Sylt über. Um 8:15 Uhr überqueren wir die einzige Landgrenze Dänemarks. Mittlerweile hat es zu regnen begonnen, was uns aber nicht davon abhält mit guter Laune unserem heutigen Tag entgegenzusehen. Mit der „Syltfähre“ setzen wir samt unseres Reisebusses von Rømø nach Sylt über. Die Überfahrt dauert nur knapp 40 Minuten und auch auf dieser Fahrt nutzen viele die Gelegenheit des zollfreien Einkaufs, der an Bord möglich ist.

Auf Sylt angekommen erzählt uns Holger wieder viel Interessantes, während Samir uns durch die Orte fährt und wir Gelegenheit haben, die für diese Gegend typischen Klinkerfassaden und Reetdächer zu bestaunen. Wir sehen das kleinste Weinanbaugebiet Deutschlands, welches nur 300 m² groß ist, und fahren nach Rantum - Sylts ältester Ortschaft. Diese wurde sechsmal wieder aufgebaut, nachdem sie von Sturmfluten überflutet oder durch Sanddünen verschüttet wurde. In Rantum haben wir 45 Minuten Aufenthalt, den wir nutzen, um uns ein Fisch-oder Krabbenbrötchen schmecken zu lassen und den weißen Sandstrand zu besuchen. Gut gestärkt machen wir uns auf nach Westerland, wo wir einen zweistündigen Aufenthalt haben. Hier haben wir die Gelegenheit, durch die Einkaufsmeile zu flanieren oder alternativ gemütlich spazieren zu gehen oder auch einfach in einem der Cafés zu sitzen, uns die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen und einen leckeren Cappuccino mit einem Stück Kuchen zu genießen.

Um 15:30 Uhr treffen wir uns wieder am Bus, der auch gleich in Richtung Bahnhof startet. Wir wollen den Autozug zurück zum Festland nicht verpassen. Hier muss Samir sein ganzes Können unter Beweis stellen, da er den Reisebus auf den Waggon lenken muss, welcher nur geringfügig breiter ist als unser Bus. Er meistert seine Aufgabe bravourös und im Bus bricht spontan Applaus aus. Im Rückwärtsgang geht es die 45 Minuten über den Hindenburgdamm, welcher 1927 etwa 25 Millionenreichsmark gekostet hat, zurück zum Festland. Wir legen die 11 km Fahrstrecke in knapp 45 Minuten zurück. Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit mit dem Bus erreichen wir unser Hotel, wo wir uns schon auf unser Abendessen freuen. Auch heute falle ich müde in mein Bett und schlafe fast augenblicklich ein. Anscheinend macht Meeresluft müde.

Mittwoch,15.07.2020

Genau wie die letzten Tage heißt es auch heute zeitig aufstehen. Um 6:45 Uhr treffen wir uns zum Frühstück, um eine Stunde später zum Hafen Schüttsiel zu starten. Auf dem Programm steht heute die Insel Hallig Hooge, die „Königin der Halligen“. Mit ihren 5,5 km² ist sie die zweitgrößte der Halligen. Auf neun Warften, so nennt man die Erhöhungen auf denen die Häuser stehen, leben dort etwa 100 Einwohner, darunter 13 Kinder, die auf der Hallig Hooge auch die Schule besuchen. Sie werden dort bis zur 4. Klasse unterrichtet, danach müssen sie auf dem Festland die weiterführende Schule besuchen, wo sie bei Verwandten oder Gasteltern unterkommen. Die Einwohner der Hallig Hooge leben fast ausschließlich vom Tourismus, nur einige wenige Männer sind beim Landesamt für Küstenschutz angestellt.

Nachdem uns die „MS Seeadler“ sicher zur Insel gebracht hat, stehen wir vor der Entscheidung, ob wir lieber zu Fuß oder per Leihfahrrad die Insel erkunden möchten. Alternativ stehen aber auch die beiden Pferde Paul und Pauline mit ihrer gelben Kutsche und Kutscherin Natalie bereit. Wir teilen uns auf und erkunden einige der zehn Warften. Nach dreieinhalb sonnigen Stunden kehren wir zurück zur „MS Seeadler“, welche schon bereitsteht, um uns zurück ans Festland zu bringen. Auf der Überfahrt haben wir Glück, denn wir können auf einer der vielen Sandbänke mehrere Seehunde beobachten, die dort ein Sonnenbad nehmen. Als wir alle wieder in unseren Bus geklettert sind, starten wir in Richtung Husum. Leider haben wir dort nur 45 Minuten Zeit, um die schöne Stadt zu erkunden, da unser Hotelier angekündigt hat, dass es ein Abend-Buffet mit musikalischer Untermalung geben wird und das wollen wir natürlich nicht verpassen. Nachdem wir uns das Abendessen schmecken lassen haben, neigt sich auch unser vierter Tag langsam dem Ende entgegen.

Donnerstag, 16.07.2020

Heute ist unser letzter Tag und auch heute heißt es wieder “früh raus aus den Federn“, denn wir müssen noch unsere Koffer packen. Nach einem leckeren Frühstück starten wir pünktlich um 8:00 Uhr in Richtung Hamburg. Dort ist eine zweistündige Stadtrundfahrt geplant. Gegen 10 Uhr treffen wir in Hamburg ein und unser Reiseleiter Rainer steigt zu uns in den Bus. Er ist ein typischer „Hamburger Jung“, welcher um keinen Spaß verlegen ist. So erzählt er einen Witz nach dem anderen und wir lachen viel. 

Zwischen den Witzen erfahren wir natürlich auch einiges über Hamburg und sehen ein paar der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Hamburgs. Wir erfahren beispielsweise, dass auf der so berühmten Reeperbahn früher Handwerker ansässig waren, die Seile und Taue herstellten, die Reeper. Außerdem wissen wir jetzt, dass Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands ist, 104 Stadtteile hat und hier mehr Brücken stehen als in Stockholm, Venedig und Amsterdam zusammen. Im Hamburger Stadtteil Winterhude sehen wir die Sierichstraße, welche die einzige Straße Deutschlands ist, in der Wechselverkehr herrscht. Morgens von 4 bis 12 Uhr ist sie eine Einbahnstraße stadteinwärts und von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr Nachts darf sie nur stadtauswärts befahren werden. Das wurde in den 1950er Jahren probeweise eingeführt und bis heute so beibehalten. Die Verkehrsregelung passt sich auf diese Weise den Verkehrsströmen an - bedingt durch den Berufsverkehr. Wir sehen außerdem Sehenswürdigkeiten wie die Elbphilharmonie, den Elbtunnel, den Michel und das Rathaus, auf das die Hamburger besonders stolz sind, weil es sechs Zimmer mehr hat als der berühmte Buckingham Palace. Nachdem wir uns von Rainer verabschiedet haben, bekommen wir die Gelegenheit ein kleines Mittagessen zu uns zu nehmen oder einen Abstecher an den Hafen zu unternehmen. 

Manche nutzen auch hier wieder die Gelegenheit, um ein Andenken zu erstehen. Dann geht es auch schon zurück nach Hause. Im Bus finden angeregte Gespräche statt, denn man hat sich mittlerweile gut kennengelernt. In Pegnitz wird Samir von einem anderen Busfahrer abgelöst, da seine Fahrtzeit zu Ende ging. Nachdem sich alle von ihm verabschiedet haben, treten wir das letzte Stück der Strecke an. In Allersberg angekommen, verabschiede ich mich von meinen Gästen, die mir während meiner kurzen Reise sehr ans Herz gewachsen sind. Mit einem fröhlichen „Tschüss“ werde ich verabschiedet und freue mich schon darauf, mit dem ein oder anderen zu telefonieren und wieder zu verreisen.

Mein Fazit

Da wir die kompletten 5 Tage wirklich Glück mit dem Wetter hatten, war es eine rundum gelungene Reise. Zum Glück hat es immer dann geregnet, wenn wir im Bus saßen. Sobald wir uns unserem nächsten Ziel näherten, hat es, bis auf einmal, aufgehört zu regnen. Und schönes Wetter hebt ja bekanntlich die Laune. Auch von unseren Gästen bekam ich durchwegs positives Feedback zur Reise.

Ich persönlich fand die Insel Helgoland mit den roten, steil abfallenden Klippen am schönsten. Trotz des Tourismus fand ich sie sehr charmant mit ihren urigen Häusern und der hübschen Aussicht übers Meer. Einzig die zweieinhalbstündige Fahrt mit der Fähre dorthin kann für Leute mit empfindlichem Magen zur Herausforderung werden.

Das 3-Sterne Hotel Hohenzollern hat besonders durch seinen ausgezeichneten Service und das leckere und üppige Essen herausgestochen. Die Angestellten waren allesamt sehr freundlich und zuvorkommend.

Bedanken möchte ich mich bei unserem Busfahrer. Er hat uns immer souverän durchs Land kutschiert und auch Schikanen wie enge Kurven und die Auffahrt auf den Autozug bravourös gemeistert. Auch gilt mein Dank unserem Reiseleiter Holger. Er ist ein echtes „Urgestein“ und macht seinen Beruf mit Leib und Seele, was man ihm anmerkt. Er weiß so viel über Land und Leute, dass es eine wahre Freude ist ihm zuzuhören. Und natürlich möchte ich mich auch noch bei meiner tollen Reisegruppe bedanken, die mich sehr freundlich aufgenommen und mir meine Aufgabe als Reisebegleitung sehr leicht gemacht hat.

Abschließend kann ich sagen, dass die Reise trotz der Corona-Bestimmungen sehr viel Spaß gemacht hat. Die Maske ist zum Alltagsgegenstand geworden und teilweise haben wir sogar vergessen, sie nach der Busfahrt wieder abzunehmen.

Konnte ich durch meinen Bericht eure Reiselust wecken? Dann schnell zum Telefon greifen oder direkt über diesen Link diese Reise nach Sylt buchen.

 

Eure Sabine