1. Tag: Die wildromantische Kundler Klamm
1. Tag: Die wildromantische Kundler Klamm
Manchmal kommt es anders als geplant! Bereits einen Tag vor Reisebeginn informierte uns Leitner Reisen darüber, dass die ursprünglich vorgesehene Wanderung durch die Gilfenklamm aufgrund eines Erdrutsches und aus Sicherheitsgründen nicht möglich sei. Doch schnell war eine attraktive Alternative gefunden: die Kundler Klamm in Tirol.
Die wildromantische Schlucht entlang der Wildschönauer Ache zählt zu den schönsten Naturschauspielen des Tiroler Unterlandes. Über Jahrtausende hat sich das Wasser seinen Weg durch das Gestein gebahnt und eine beeindruckende Klamm geschaffen, die das Unterinntal mit der Wildschönau verbindet.
Auch wenn uns das Wetter mit nur 13 Grad und leichtem Regen empfing, tat dies der Faszination keinen Abbruch. Das tosende Wasser, die bis zu 200 Meter hoch aufragenden Felswände und die besondere Atmosphäre der 3,5 Kilometer langen Wegstrecke beeindruckten uns nachhaltig.
Nach einer angenehmen Busfahrt erreichten wir bereits um 16:45 Uhr bei strahlendem Sonnenschein unser Hotel Corno Bianco im bekannten Wallfahrtsort Maria Weißenstein auf rund 1.500 Metern Höhe. So blieb noch genügend Zeit, die weitläufige Klosteranlage und die reizvolle Umgebung zu erkunden. Den gelungenen Abschluss des Tages bildete schließlich ein reichhaltiges 4-Gang-Menü, das für die etwas feuchten Wanderbedingungen entschädigte.

2. Tag: Panoramaerlebnis auf der Seiser Alm
2. Tag: Panoramaerlebnis auf der Seiser Alm
Pünktlich um 8:30 Uhr starteten wir zur Talstation der Seiser Alm. Mit ihrer Fläche von rund 56 Quadratkilometern und bis zu 2.350 Metern Höhe gilt die Seiser Alm als größte Hochalm Europas und zählt zweifellos zu den landschaftlichen Höhepunkten Südtirols.
Schon nach den ersten Schritten eröffneten sich uns die typischen Bilder der Dolomiten: weite Almflächen, blühende Bergwiesen und eine beeindruckende Bergkulisse. Die Kombination aus sanften Almlandschaften und markanten Gipfeln machte die Wanderung zu einem besonderen Erlebnis.
Unsere Mittagspause verbrachten wir auf der Spitzbühlhütte auf 1.980 Metern Höhe. Von hier aus genossen wir einen grandiosen Blick auf das mächtige Schlernmassiv mit seinen markanten Felstürmen Santner und Euringer, die zum Greifen nah erschienen. Dank der klaren Sicht reichte der Blick sogar bis zum Adamello-Gipfel in Norditalien.
Nach insgesamt rund zehn Kilometern und etwa 300 Höhenmetern erreichten wir gegen 15:30 Uhr wieder die Bergstation. Zahlreiche Fotostopps und gemütliche Pausen ließen die fünfeinhalb Stunden Wanderzeit wie im Flug vergehen.

3. Tag: Naturpark Trudner Horn – Wandern auf der Sonnenseite
3. Tag: Naturpark Trudner Horn – Wandern auf der Sonnenseite
Der dritte Reisetag führte uns in den Naturpark Trudner Horn, den artenreichsten Naturpark Südtirols. Bereits die kurze Anreise von nur 30 Minuten hielt eine Überraschung bereit: Im Ort Truden erlebten wir zufällig die traditionelle Herz-Jesu-Prozession, die jedes Jahr am Sonntag nach Fronleichnam stattfindet und tief in der regionalen Kultur verwurzelt ist.
Auf unserer rund 12 Kilometer langen Wanderung durchquerten wir idyllische Lärchenwiesen, lichte Waldstücke und ausgedehnte Mischwälder. Immer wieder eröffneten sich spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Bergwelt.
Bereits bei der ersten Rast auf 1.390 Metern Höhe schweifte der Blick über das Weißhorn, die eindrucksvolle Bletterbachschlucht, das Schwarzhorn sowie die Lagorai-Gruppe der Fleimstaler Alpen im Trentino.
Besonders faszinierend war das Zusammenspiel der unterschiedlichen Gesteinsarten: Der helle Dolomitkalk bildete einen reizvollen Kontrast zum dunkleren, rötlichen Porphyrgestein und verlieh der Landschaft ihren unverwechselbaren Charakter.
Von weiteren Aussichtspunkten aus genossen wir Fernblicke bis nach Bozen, ins Etschtal, zum Kalterer See, nach Meran sowie zu den Ötztaler Alpen. Dank des hervorragenden Wetters waren sogar der Mendelpass, der Monte Penegal und der Gantkofel deutlich zu erkennen.
Ein besonderes Erlebnis erwartete uns während der Mittagspause auf der Cislon-Hütte. Dort trafen wir auf die „Mataner Plattler“, die auf dem Weg waren, das traditionelle Herz-Jesu-Feuer zu entzünden. Ihre musikalische und tänzerische Darbietung verlieh der Rast eine ganz besondere Atmosphäre.
Unsere versierte Wanderführerin erklärte uns zudem, dass diese Route als sogenannte „Solderwanderung“ bezeichnet wird – eine Wanderung auf der Sonnenseite, die immer wieder herrliche Ausblicke und sonnige Abschnitte bietet.
Den sportlichen Tagesabschluss bildete für viele Teilnehmer das WM-Spiel Deutschland gegen Curaçao, das die deutsche Mannschaft souverän mit 7:1 gewann.

4. Tag: Am Fuße des Latemar
4. Tag: Am Fuße des Latemar
Der vierte Wandertag begann in Obereggen auf 1.550 Metern Höhe. Mit dem Oberholzlift ging es hinauf auf 2.096 Meter direkt an den Fuß des imposanten Latemar.
Obwohl das Gebirgsmassiv zu den Dolomiten gehört, besteht es überwiegend aus reinem Kalkgestein, weswegen es dort weder Klettersteige noch Kletterrouten gibt. Dadurch unterscheidet sich der Latemar deutlich von den anderen Dolomitengruppen.
Schon der erste Aussichtspunkt bescherte uns einen beeindruckenden Rundumblick. Das Panorama reichte von den Sarntaler Alpen über die Ötztaler Alpen und den Saldurkamm bis hin zur Ortler- und Cevedale-Gruppe.
Auf unserer rund elf Kilometer langen Wanderung begegneten wir einer außergewöhnlich vielfältigen Alpenflora. Zahlreiche typische und seltene Pflanzenarten säumten den Weg. Blühende Almwiesen wechselten sich mit schattigen Waldpassagen und schroffen Felsformationen ab. Diese landschaftliche Vielfalt machte die Tour für viele zu einem der Höhepunkte der Reise.
Nach der Mittagspause auf der urigen Ganischger Alm erfolgte der Abstieg zu Fuß ins Tal. Dort ließen einige Teilnehmer den erlebnisreichen Wandertag bei einem Eisbecher oder einem kühlen Getränk im Restaurant Römerkeller gemütlich ausklingen.

5. Tag: Bozen und Heimreise
5. Tag: Bozen und Heimreise
Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichten wir am Vormittag die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen. Bei sommerlichen 23 Grad standen uns zweieinhalb Stunden zur freien Verfügung.
Viele nutzten die Zeit für einen Einkaufsbummel durch die historischen Laubengänge oder flanierten durch die verwinkelten Gassen der Altstadt. Andere genossen die mediterrane Atmosphäre bei einem Kaffee auf dem Waltherplatz oder Kornplatz und bewunderten die üppige Blumenpracht.
Auch kulturell hatte Bozen viel zu bieten. Einige besichtigten den imposanten Bozner Dom, während andere das Südtiroler Archäologiemuseum besuchten, in dem seit 1998 die weltberühmte Gletschermumie Ötzi ausgestellt wird.
Um 12:30 Uhr traten wir die Heimreise nach Deutschland an.


























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Fazit
Eine abwechslungsreiche und rundum gelungene Wanderreise ging zu Ende. Auch wenn der Start aufgrund der gesperrten Gilfenklamm und des regnerischen Wetters in der Kundler Klamm etwas anders verlief als geplant, wurden wir in den folgenden Tagen mit Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und eindrucksvollen Naturerlebnissen belohnt.
Die Wanderungen auf der Seiser Alm, im Naturpark Trudner Horn und am Fuße des Latemar zeigten eindrucksvoll die landschaftliche Vielfalt Südtirols. Weite Almen, spektakuläre Fernblicke, artenreiche Blumenwiesen und die imposante Kulisse der Dolomiten machten diese Reise zu einem besonderen Erlebnis.
Ein herzlicher Dank gilt unserer Wanderführerin Gertrud, die uns mit großem Fachwissen, viel Engagement, Herzblut und spürbarer Begeisterung durch die Wanderregionen führte. So haben wir die Südtiroler Almen von ihrer schönsten Seite erlebt.
Ebenso möchten wir unserem Busfahrer danken, der uns auf den rund 1.200 zurückgelegten Kilometern jederzeit sicher, zuverlässig und mit steter Freundlichkeit, Humor und bemerkenswerter Gelassenheit chauffierte.
So bleiben viele schöne Erinnerungen an fünf unvergessliche Tage in den Südtiroler Bergen, auch weil sich eine Gruppe von 30 Personen fand, die sehr gut miteinander harmonierte. Von Anfang an entstand eine offene, freundliche, hilfsbereite und respektvolle Atmosphäre, in der sich jeder willkommen und gut aufgehoben fühlte. Es war beeindruckend zu erleben, wie schnell aus zunächst fremden Menschen eine nette Gemeinschaft wurde.








